Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern sind die Gegensätze zwischen arm und reich auch in Guatemala sehr groß. Die Oberschicht und somit die absolute Minderheit der guatemaltekischen Bevölkerung verfügt über einen Großteil des Nationaleinkommens. Zu dieser Bevölkerungsgruppe gehören die Nachfahren der europäischen Einwanderer oder die Ladinos. Der Großteil der Bevölkerung lebt in ländlicher Armut, wobei im Verlauf des Bürgerkrieges immer mehr Menschen in die Städte geflüchtet sind.
In Guatemala besteht die Bevölkerung aus zwanzig verschiedenen indigenen Ethnien, Ladinos, Weißen und Asiaten. Auf den ersten Blick ist die kulturelle Vielfalt in den Städten für Außenstehende sehr beeindruckend. Bei näherer Betrachtung fallen jedoch die kulturellen Unterschiede zwischen den Mayas und Ladinos auf. Ladinos wenden sich bewusst gegen indigenen Traditionen und verachten die Mayakultur. Sie übernehmen das Modell der westlichen Kultur in Sprache, Kleidung, Normen und Konventionen. Die indigene Bevölkerung wird hingegen immer mehr von der Gesellschaft ausgeschlossen. Dennoch ist es gelungen Teile der Kultur der Maya zu bewahren, dabei sind fremde Kulturelemente eingeflossen und es hat sich daraus eine eigenständige Form entwickelt. Bis heute sind jedoch noch die indigenen Mayasprachen in einzelnen Landesteilen vorzufinden, auch die traditionelle Bekleidung sowie das zyklische Kalendersystem der Maya prägen noch in manchen Landesteilen die Kultur der Menschen.